Der weltläufige Journalist Alan Posener hat vor knapp drei Jahren ein recht leserliches Sachbuch herausgebracht: Imperium der Zukunft. Habs nun endlich gelesen; gleichwohl ich mich sehr sträubte wegen des Imperium-Begriffs. Ich teile seine Einschätzung nicht, auch wenn er versucht mir die Europäische Union als liberales Imperium schmackhaft zu machen. Ich bleibe dabei: ich setze mich weiterhin für ein europäisches föderales Staatsgebilde ein.
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Imperium der Zukunft
Volksrepublik Deutschland
Im Bundestagsvorwahlkampf, also die Zeit vor der Europawahl, habe ich bei der Jungen Union Schleswig-Holstein einen Vortrag zu Europa gehalten. Als kleines Geschenk wurde mir das Buch “Volksrepublik Deutschland” überreicht. Meine Einschätzung dazu:
Gut, dass der Bild-Hauskolumnist Herr Müller-Vogg nur 140 Seiten geschafft hat. Ich bin nach der l(s)eichten Lektüre jedenfall geschafft. Müller-Vogg hätte sich als „freier“ Schriftsteller lieber intellektuell damit beschäftigen sollen, warum Konservative und Liberale wiederholt keine Mehrheiten mobilisieren konnten als zu konstruieren, warum es spätestens im Agenda-Jahr 2010 zu einer rot-rot-grünen Koalition unter Steinmeier kommen könnte. Die Wahlen im vergangenen Jahr zeigten nunmehr deutlich, was für ein Hirngespinst in diesem Buch beschrieben wurde… Die subtilen und offenen Attacken gegen eine Linkskoalition zeigen zumindest sehr klar, dass Konservative und verkorkste Liberale mächtig Angst haben.
Erheiternd liest sich jedenfalls das erfundene Telefonat zwischen Schröder und Steinmeier, dass auch bei youtube zu hören ist.
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Tags: linke, politik, schröder, spd, steinmeier
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Milch für Leseratten
Mit jedem Lebensjahr steigt die Anzahl der Bücher. Die Bücher stapeln sich. Um einen Durchblick bei meinen Büchern zu behalten, bin ich auf die Suche nach einem “Buchverwaltungsprogramm” gegangen. Ich habe verschiedene webbasierte Anwendungen wie booktick! und Desktopprogramme wie AlterVerwalter ausprobiert. Leider war ich mit keinem zufrieden: entweder waren sie mir zu “social” (ich will nicht gleich jedem mitteilen, welche Bücher ich lese), zu behäbig oder zu aufwändig in der Pflege, um den privaten Bücherbestand zu verwalten.
Dann habe ich eines meiner Lieblingstools einfach mal mit diesem Ansinnen anvertraut: RememberTheMilk, das eigentlich als Aufgabenverwaltung gedacht ist, aber mehr kann bzw. das macht, was der Nutzer ihm sagt. Ich habe eine Liste “Bücher” angelegt. Die Buchtitel werden als “Neue Aufgabe” eingefügt. Autor, Genre und was mir sonst noch wichtig ist, wird mit einem tag versehen. Selbst wenn ich Bücher verleihen sollte, kann ich dies einfach vermerken – mit dem tag “raus” und dem Namen. Das Fälligkeitsdatum als Erinnerung läßt sich natürlich auch eintragen… Wer es grafisch mag, kann auch den Leihort eingeben und kann sich dann auf einer Karte anzeigen lassen, wo sich seine Bücher befinden oder herkommen. Ich habe darauf verzichtet, eine weitere Liste “Ausleihe” anzulegen. Dann könnte man das entsprechende Buch in diese Liste verschieben und taggt nur noch den Namen. Mit tags geht dies meines Erachtens aber einfacher und schneller. Zudem hat jede Aufgabe auch eine Notizfunktion, dort halte ich Inhaltsangabe oder andere Anmerkungen zum Buch fest. Oder: es lässt sich eine Smartliste (damit können Suchereignisse gespeichert werden) anlegen. Und wenn ich doch meinen Buchbestand einsehen lassen möchte, kann ich sie für bestimmte Leute oder allgemein öffnen.
Und wenn ich unterwegs in Bücherläden, Zeitungen oder Gesprächen von Büchern erfahren, die ich mir näher anschauen oder erwerben will, sende ich mir via twitter eine Direktnachricht an RTM mit dem zusätzlichen tag “wunsch”. Im übrigen funktioniert SmartAdd hervorragend. Damit kann man die Aufgabe mit hashtag wie #Bücher an die entsprechende Liste schicken und taggen.
Ganz viel Milch für Leseratten
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Ich lese nicht manchmal, sondern lese nur manchmal erwähnenswerte Bücher, da mich mein Studium zuweilen sehr fordert, Bücher durchzuarbeiten, die inhaltlich bedeutend, aber didaktisch nicht gelungen sind… für andere Bücher habe ich momentan nicht die Zeit. Es warten z. B. das letzte Kapitel von Süskinds Parfüm, Katzenbachs Patient, Bergers Canossa oder auch der Drachenläufer, den es ab 18. Januar als Film geben wird, auf mich… Ich bin auf ein Buch von Heribert Ostendorf aus dem Jahre zweitausend gestoßen: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“. Kriminologische Wahrheiten werden sehr einprägsam, lesenwert und spannend vermittelt. Mithilfe von 18 Sprichwörtern, die sehr häufig auch Vorurteile beinhalten, beleuchtet Ostendorf mit der kriminologischen Brille deren Kern. Zeichnungen geben dem Buch einen angenehmen Anstrich…