News for August 2007
Die Milch wird mehr kosten werden. Weizen auch. Natürlich ist das alles nur Abzocke. Panik in Deutschland. Muss ich für mein Milchbrötchen künftig 20 Cent mehr berappen?
Dass ich bald im Lübecker Supermarkt mehr für Milch- und Getreideprodukte zahlen soll, weil der Konsum in Asien so groß ist, will ich nicht begreifen. Unglaublich: jahrzehntelang haben wir – also durch den Steuerzahler aufgebrachte Subventionen – in Europa Milchseen, Butter- und Brotberge entstehen lassen. Nun sollen die ausgetrocknet und erodiert sein. Ausgerechnet die Asiaten sollen dafür verantwortlich sein. Und was ist eigentlich mit deren Milchprodukte-Unverträglichkeit? Ist die Milch verändert worden? Haben sich die Asiaten an Milch gewöhnt?
Wir sollten unsere Steuern zurückverlangen, mit denen diese absurde Politik gepflegt wurde. Das Geld setzen wir dann ein, um „Programme“ in der Welt anzubieten, die Fehl- und Unterernährung eindämmen.
Die Deutschen geben am wenigsten für Lebensmittel in Europa aus. Eigentlich sollten deutsche Verbraucher durch den Kauf qualitätsvollerer Lebensmittel dazu angehalten werden mehr für Lebensmittel auszugeben, nicht durch solche Preissteigerungen. Oder ist es richtig, den Anstieg zu bejahen, wie es in der Zeit zu lesen war?
Mmh. Marktwirtschaft macht´s möglich: Ich als Konsument werde einfach auf das Milchbrötchen, den Kuchen, die Kekse usf. verzichten; gesünder ist´s in jedem Fall…
Und: Werden die ALG-II-Regelsätze nun doch angehoben, um diese und andere Preissteigerungen aufzufangen? Ist doch eine logische Forderung.- Die Mitglieder des Bundestages planen jedenfalls ihre Diäten von derzeit 7009 Euro auf etwa 7500 Euro anzuheben…
Ich mag es kaum erwähnen, aber ich habe mir Transformers, die ich in meiner Kindheit in der Zeichentrickfilm-Version gemieden habe wie die Club-Zigaretten meiner Eltern, im Kino angeschaut! Nicht so schlecht wie erwartet und recht spaßig; Steven Spielberg hat diesen Film mitproduziert… (Erwähne ich das, um mein Verhalten zurechtfertigen, da Spielberg ja durchaus für „Qualität“ steht?) Ich habe mich köstlich über wohl ungewollten Wortwitz, (zu) viele special effects und überzogene Materialschlachten amüsiert und das zu Lasten meiner jüngeren Nachbarn, die den Film ernsthaft und respektvoll in sich aufgesogen haben. Sie fühlten sich durch mein heiteres Lachen und meine ironischen Dauer-Kommentare halt ein wenig gestört…
Die US AIR FORCE wurde unglaublich heldenhaft und pathetisch dargestellt (ob die den Film mitfinanziert haben?). Und wie wird BUNDESWEHR in Deutschland filmisch verarbeitet? Entweder historisch mahnend in Filmen über den 2. Weltkrieg oder in dümmlichen Komödien wie „Kein Bund fürs Leben…“ – gleichwohl ich ein Freund von Persiflagen bin.
Mein Büroalltag wird doch hin und wieder unterbrochen: Im Toilettenraum wird mir ein sicherlich höflich gemeinter Gruß entgegen gebracht: "Mahlzeit!" – Doch wie reagieren? Einen "Guten Appettit!" zu wünschen ist wohl unangebracht… Oder weise ich daraufhin, dass der Gruß für diesen Ort und diese Zeit -es war vormittags- nicht schicklich ist?! Oder den Gruß einfach als höflich gemeint verstehen und freundlich mit "Moin!" oder "Guten Tag!" zurückgrüßen? Letzteres habe ich nach Augenblicken der Verunsicherung dann auch getan…
Nördlich der Trave wächst der Widerstand gegen die Herrentunnel-Maut. Durch den Genossen Bojens wurde eine ePetition beim Bundestag eingereicht, die online mitgezeichnet werden kann. Ich unterstützte diese Petition; auch weil ich davon überzeugt bin, dass "öffentlich-private" Finanzierungen nichts taugen. Also so konkret das Problem so grundsätzlich die dahinterstehende Bedeutung dieses Ersuchens.
Komme gerade vom Einkaufen aus der Stadt zurück. Wegen des Regens habe ich mich für meine Regenjacke und gegen den Regenschirm entschieden. Die Stadt ist in der Urlaubszeit bei Regen nämlich gut besucht; der überwiegende Teil der Leute war wie erwartet mit Schirmen ausgestattet. Einige Passanten hätten sich lieber eine Regenjacke angezogen: Beinahe wäre mir ins Auge gestochen worden, beinahe hätte ich einen Schirm in meinem Unterleib gespürt, beinahe hätte ich was an die Rübe bekommen…
Deshalb: Führerschein für die Benutzung von Regenschirmen einführen!
Für die praktische Prüfung hätte ich ich schon ein paar nette Einfälle…
Ich bin viel mit dem Zug unterwegs. Startbahnhof meiner Reisen ist natürlich der Lübecker Hauptbahnhof, der vor wenigen Wochen nach mehrjähriger Sanierung eröffnet wurde.
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich ihn finden soll. Zweckmäßig erscheint der sanierte Bahnhof, der innen unglaublich hoch und hell ist: Burger, Brezel, Bier und Bücher sind im Bahnhof zu erhalten. Zum Verweilen lädt mich das Angebot nicht ein. Fahrkarten kann ich nur am Automaten lösen; der „Schalter“ befindet sich nach Aussage eines freundlichen Mitarbeiters noch mindestens ein weiteres Jahr (!) in den provisorischen Containern rechts neben dem Hauptgebäude. Das finde ich nicht hinnehmbar. Nicht für mich, der so oder so in der Regel am Automaten oder im Internet seine Fahrkarten kauft und gehend gut unterwegs ist. Aber Reisenden mit Kindern, mit viel Gepäck oder auch älteren Bahnkunden gegenüber empfinde ich das als Zumutung. Das muss schneller verändert werden, um so den Bahnhof mit mehr Leben zu füllen. Er wirkt nämlich noch recht lieblos.
Den Rauchern ist im gesamten Bahnhof das Rauchen untersagt. Dafür dürfen sie alle vor dem Eingangsbereich rauchen – echt toll. Zum einen stehen die Raucher den Rein- und Rausströmenden im Wege, zum anderen stellt die Bahn so sicher, dass ihre nicht rauchenden Kunden vom Rauch sicher belästigt werden. Ein wenig Mitleid habe ich mit den Rauchenden schon: sie kommen gehetzt am Bahnhof an -der Zug fährt in fünf Minuten oder weniger-, dennoch wird in aller Eile noch die Kippe durchgezogen und dann zum Gleis gerannt. Beeindruckend ist, dass es einige so gar noch schaffen, sich einen Kaffee zu kaufen! Nur zu hoffen, dass denen diese Lebensweise irgendwann zu wider wird. Entweder werden sie früher am Bahnhof sein oder sie hören vielleicht sogar auf?
Auf dem Bahngleis selbst finde ich die historischen Türen und Stahlkonstruktionen anziehend. Leider wird dieser geschichtsträchtige Eindruck nicht so klar mit in den Eingangsbereich gezogen. Die im Bahnhof befindlichen Geschäften müssen irgendwie einen Lübeck-Bezug herstellen, damit der Bahnhof nicht kalt und unnahbar wirkt, sondern eine eigene „Persönlichkeit“ entwickelt. Bis auf die Stadtbäckerei Junge konnte ich keinen Lübecker Betrieb entdecken, sondern nur diese Franchise-Nehmer Ditsch, World Coffee, McDonalds… Schade. Ein wenig mehr heimelige Atmosphäre muss noch her!
Und wo sind die Toiletten??
Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder eine Streuselschnecke bei meinem Bäcker gekauft. Gewöhnlich habe ich diese Kalorienbombe zu Kaffee oder Tee als echt schmackhaft empfunden. Doch nach dem heutigen Verzehr wird das meine letzte Schnecke gewesen sein. Sie hat mir einfach nicht gemundet. Genauso mag ich seit Wochen schon nicht mehr Burger und Co essen, welche ich hin und wieder gern mal verdrückt habe. Mein Geschmack hat sich offensichtlich geändert. Das ist auch gut so, wenn ich bedenke, was ich ungeprüft und unkritisch so alles gefuttert habe. Sport soll somatische Intelligenz herausbilden: Das hängt wohl mit meinen sportlichen Aktivitäten zusammen, die ich betreibe, um meine körperliche Fitness für mein Jura-Examen zu erhöhen, umso die geistige Belastung zu ertragen. Zudem ist der Erfolg recht zügig messbar: für die acht Kilometer lange Strecke habe ich mit über 122 Kilogramm Körpergewicht beinahe siebzig Minuten benötigt; mehr als ein Jahr später bei mäßiger sportlicher Aktivität (dreimal die Woche laufen, darüber hinaus gehe ich ab und an schwimmen und fahre mit dem Rad) und gut zwanzigtausend Gramm weniger am Körper schaffe ich die Runde in 48 Minuten – und es sind noch Reserven vorhanden. In der Juli-Ausgabe der „Psychologie heute“ wird auf die positiven Wirkungen von Bewegung auf Körper und insbesondere unserer Seele eingegangen. Bewegung als Stressminderung und gar -verhinderung funktioniert bei mir recht gut. Die Initialzündung zu mehr Bewegung kann nur bei sich selbst ausgelöst werden, um lang anhaltenden Erfolg zu haben. Gute und schlechte Ereignisse im Leben oder tiefe intellektuelle Einsicht können Initialzündung sein. Viele Menschen bewegen sich, weil sie durch das Laufen in einer Krise wie Trennung vom Partner, Krankheit oder persönliche Unzufriedenheit seelischen Halt bekommen. Bewegung macht mich wirklich Stress resistent(er).
Dabei nehme ich auch ab. Knapp zwanzig Kilogramm sind inzwischen runter – diesmal habe ich mir Zeit gelassen und etwa ein gutes Jahr gebraucht. Viele „Tricks“ waren erforderlich, damit ich mich von gewohnheitsmäßigem Verhalten verabschiedete. Beispielsweise während des Lernens, beim Arbeiten oder bei Stressbewältigung nicht zu Schokolade und Gummibärchen greifen! Die Portion Schokolade durch Gummibärchen ersetzen – also zwei Portionen Gummibärchen. Dann wurde mir das zu viel, so dass ich nur noch eine Portion Gummibärchen gefressen habe. Durch Obst, fettarmen Quark, Joghurt und viel Wasser- und Teetrinken habe ich mich losgelöst phasenweise eine Portion Gummibärchen und eine Tafel Schokolade pro die (!) zu essen. Eine Portion ist eine 200 bis 300g Tüte Gummibärchen bzw. eine 100 bis 200g Tafel Schokolade gewesen! Der Ernährungstipp fünf kleine Mahlzeiten über den Tag einzunehmen, war für mich im Übrigen überhaupt nicht hilfreich, da ich mich so zum Daueresser entwickelt habe. Drei vernünftige Mahlzeiten am Tag reichen aus – sollte ich dennoch Hunger haben, wird getrunken oder Obst und rohes Gemüse geknabbert. Ich kann inzwischen ein paar Stunden mit einem Hungergefühl aushalten, ohne richtig Appetit zu bekommen.
In den Jahren zuvor habe ich in zweimonatigen Schnelldiäten und durch Totalverzicht auf Süßes und Fettes mein Körpergewicht reduziert – insgesamt habe ich mehr als 40 Kilo abgenommen; nachhaltig waren diese Diäten nie, da ich mit meinem Körper so lediglich Jojo gespielt habe… Dieses Auf und Ab war sehr frustrierend. Ein wenig Fitnesserhöhung habe ich in kommenden Monaten noch vor mir… Dann ist auch das Examen nicht mehr weit.
In den letzten vier Wochen habe ich aus beruflichen Gründen knapp 5000 Kilometer im Zug verbracht. Etwa genauso viele Kilometer liegen noch vor mir. Mitgezählt habe ich die Ansagen „Wir bitten zu entschuldigen, dass…“ nun nicht. Zumal die Bahn sich inzwischen auch für wenige Minuten Verspätung (zwei bis drei Minuten!) bei ihren Fahrgästen entschuldigt. Die Bahn macht´s ja nur, weil die Reisenden so schnell so unzufrieden sind? Ich wünsche mir ein wenig mehr Gelassenheit auf beiden Seiten. Weniger ist manchmal mehr!
Sobald ich die Durchsagen höre, reagiere ich aber inzwischen überaus gereizt. Denn nach diesen Durchsagen entwickelt sich unter vielen Passagieren eine rege Geschwätzigkeit im Wagen, die zuweilen wirklich dümmlich und klein geistig verläuft. Was sind 15 bis 30 Minuten Verspätung bei über 600 Kilometern Reisestrecke?
Manchmal gibt es Handlungen, die ich wirklich nicht sehen will: Als ich meine Laufstrecke mit dem Rad abgefahren bin, um die Strecke der Länge mal genau zu bestimmen, erblickte ich einen Mann, der halb im Gebüsch mit seinem Rücken zum Wegesrand stehend masturbierte. Ipse fecit. Wenn das kein Liebesbeweis der Natur gegenüber ist? Ich hätte nicht gedacht, dass die alte Mutter Natur so geil machen kann…
Nun, da ich keine Frau bin, erfüllt seine Ipsation schon mal nicht §183 StGB, aber er könnte sich nach §183a StGB wegen der Erregung öffentlichen Ärgernisses strafbar gemacht haben. Dies wäre jedenfalls dann der Fall, wenn seine sexuelle Handlung ein Ärgernis bei mir hervorgerufen hätte, was nicht geschehen ist. Da dieses Vorkommnis an einem Weg passiert ist, der zu einem Kindergarten führt und gegenüber des sog. Katzenbergs -aus dieser Umgebung ist gelegentlich zu vernehmen, dass Männer ihr Geschlechtsorgan Joggerinnen zeigen- liegt, habe ich zumindest der Polizei den Vorfall berichtet. Die Reaktion des Polizisten hat mich ein klein wenig überrascht: „Jupp. Danke. Wir gucken dann mal. Tschüss.“ Auch wirklich nur berichtet, weil die Personenbeschreibung der Polizei bei der Ermittlung sicher nicht weiter geholfen hätte. Denn auf wen trifft dies nicht alles zu: etwa 60 Jahre alt, etwa 1,80 m groß, graue Haare, gepflegte Erscheinung?
Seit mehreren Wochen wird in der lübschen Politik über die weitere Gebührenerhöhung für den Herrentunnel diskutiert. Es wird zum Beispiel vorgeschlagen, um die Teuerung für die Autofahrer abzuwenden, den Betrieb des Pendelbusses für Fußgänger und Radfahrer einzustellen. Dafür soll eine Spur ausschließlich für diese Gruppe abgesperrt werden. Schon mal durch den Herrentunnel gegangen? Neben der Belastung durch die vorbeifahrenden Autos ist der Weg mit dem Gefälle und der lang gezogenen Steigerung recht mühsam.- Ich habe seinerzeit gefordert, eine eigene Röhre bauen zu lassen. Dafür bin ich belächelt worden…
Vielleicht bringt die Kücknitzer Initiative der Parteien und Verbände Bewegung in die politische Diskussion. Sie muss aber auch von anderen, also Nicht-Kücknitzern, gestützt werden. Mit meinem Einsatz können sie rechnen.
Noch eine kleine Randnotiz: Dass sich nun gerade diejenigen gegen die Mauterhöhung stemmen, die vor Jahren für den Herrentunnel und das Mautsystem gestimmt haben, zeigt nachträglich hoffentlich ein wenig Einsicht in ihre damalige Fehlleistung. Ablenken und Herausreden gilt nicht!
So. In den vergangenen vier Woche habe ich mir eine Sommerpause -oder eher Pause vom Sommer?- gegönnt, in der ich sicherlich nicht gefaulenzt habe, sondern gearbeitet, Klausuren geschrieben und Sport getrieben habe… Dabei blieb leider keine Zeit, diesen Blog zu füttern, der seit April bereits von über 540 Besuchern gelesen wurde. Jetzt geht´s weiter…