News for Dezember 2007

Im Banne des internationalen Terrorismus?

Ich „wohne“ einem Gerichtsprozess bei, der „EC-Scheckkartenbetrug“ zum Gegenstand des Verfahrens hat. Das erbeutete Geld soll möglicherweise in tamilische Kampfzellen geflossen sein. So schnell ist man im Banne des internationalen Terrorismus? Zumindest versucht die Presse dies so reißerisch darzustellen… Ich hatte dies vermutet, aber noch nicht zum Thema meines Blog-Eintrages gemacht, weil ich den Verlauf der Hauptverhandlung verfolgen und durch diese Erkenntnisse gewinnen möchte.

Posted: Dezember 30th, 2007
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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Ich lese nicht manchmal, sondern lese nur manchmal erwähnenswerte Bücher, da mich mein Studium zuweilen sehr fordert, Bücher durchzuarbeiten, die inhaltlich bedeutend, aber didaktisch nicht gelungen sind… für andere Bücher habe ich momentan nicht die Zeit.  Es warten z. B. das letzte Kapitel von Süskinds Parfüm, Katzenbachs Patient, Bergers Canossa oder auch der Drachenläufer, den es ab 18. Januar als Film geben wird, auf mich… Ich bin auf ein Buch von Heribert Ostendorf aus dem Jahre zweitausend gestoßen: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“. Kriminologische Wahrheiten werden sehr einprägsam, lesenwert und spannend vermittelt. Mithilfe von 18 Sprichwörtern, die sehr häufig auch Vorurteile beinhalten, beleuchtet Ostendorf mit der kriminologischen Brille deren Kern. Zeichnungen geben dem Buch einen angenehmen Anstrich…

Posted: Dezember 30th, 2007
Categories: belesen
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Tod durch Beil

Zwei Stunden vorher bin ich da noch mit dem Rad lang gefahren… Tod durch Beil: Das ist ja wirklich grauenhaft! Wie sehr muss dieser Mann hassen, um so abscheulich zu töten? Polizei und Justiz sollen mit diesem Paar häufiger „beschäftigt“ gewesen sein. Gehört diese Handlung des Mannes zu einem erwartbaren Verhalten? Anders: Hätte diese Tat verhindert werden können?

Viele werden nun wahrscheinlich ein Versagen von Polizei und Justiz feststellen… Ist der Staat seiner „Wächterfunktion“ gemäß Artikel 6 Absatz 2 Satz 2 („Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“) hier nicht nachgekommen? Festzuhalten bleibt auch, dass zuvörderst den Eltern das natürliche Recht für Pflege und Erziehung gemäß Artikel 6 Absatz 2 Satz 1 unserer Verfassung obliegt. Der Vater hat sich diesem natürlichen Recht offensichtlich schon länger entzogen… Und die Familien der Eltern? Nachrichten von Kindstötungen der vergangenen Wochen und dieser jüngste Ausfall menschlichen Handelns werfen die drängend-vorsichtige Frage auf, ob die „staatliche Gemeinschaft“ schlummert?

Posted: Dezember 30th, 2007
Categories: unterwegs
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Und jährlich grüßt das Aschenbrödel

Weihnachten ist Ritus. So sehr es stressen kann, so schön ist es auch: Familie, Freunde und Bekannte wiedersehen, gutes und reichliches Essen gehören natürlich ebenso wie tolle Geschenke –wenn es nur nicht immer so schwer wäre, die richtigen zu finden- zum Fest. Aber was wäre Weihnachten ohne einige Fernsehfilme? Beispielsweise schaue ich seit meinen Kindertagen den wundervollen Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Aber auch die Tragikkomödie „Ist das Leben nicht schön?“ aus dem Jahr 1946 ist Bestandteil des weihnachtlichen Glotzens:

Er erreicht eine emotionale Wucht, die mich bei jedem Ansehen, immer wieder, seit dem ersten Mal vor vielen Jahren, zu Tränen rührt, und gleichzeitig ein Gefühl von Überzeugtheit evoziert. Eine freudige und zutiefst glückliche Überzeugtheit davon, dass alles einen Sinn hat. Dass nichts, was man tut, umsonst ist, dass man mit einigem in der Welt noch immer “rechnen darf”, und, dass stets ein “Weiter” existiert.“ Genau!

Ein Monumentalfilm mit Charlton Heston wie El Cid muss schlussendlich auch noch sein… nun ist auch wieder für die kommenden Wochen genug in die Röhre geschaut. Solche Filme zu schauen, gehört genauso dazu wie Kartoffelsalat mit Würstchen. Soll heißen: Ich muss das nicht jedes Jahr haben… Aber nach reichlichem Essen ist der Bewegungselan halt nicht mehr so großCool

Posted: Dezember 26th, 2007
Categories: allgemein
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Prozess

Habe einer Verhandlung beim Landgericht als interessierte Öffentlichkeit beigewohnt. Dem Angeklagten wird Betrug (§ 263 – etwas ungenau, habe aber die durch StA genau zitierten Absätze und Nummer nicht mehr im Kopf…hole das noch nach) mit EC-Karten vorgehalten. Der Angeklagte ist Tamile. Falls der Vorwurf stimmen sollte, wäre für mich auch interessant zu wissen, wohin das Geld geflossen ist. Die Gesamtsumme ist schon beträchtlich… Wollte er damit seiner Familie helfen? Zumindest ist das Transferieren von Geldern durch Migranten nichts Ungewöhnliches – nur diese Art der Beschaffung. Andere arbeiten und schicken ihren Zurückgebliebenen Kohle für den Lebensunterhalt; häufig am Staat vorbei, da dieser am Elend seiner heimischen Bevölkerung ansonsten noch kräftig bei der Einführung von Devisen und Geld verdienen würde… Die Beweisaufnahme wird es vielleicht zeigen, ob er überhaupt Täter ist und wozu er das viele Geld benötigte…

Posted: Dezember 21st, 2007
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Juulklapp

Fahre gleich zum Juulklapp meines JEF-Kreisverbandes Kiel. Von mir wird es ein Buch geben, dass ich doppelt habe und einen alten Taschenrechner sowie alte Walnüsse… Hoffe nur, dass ich kein Geschirr erhalte…

Posted: Dezember 19th, 2007
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Studium live

Vor wenigen Tagen habe ich Sitzungstermine für meine Schöffentätigkeit erhalten: bis Mai 2008 etwa alle zwei Wochen eine mehrstündige Sitzung. Ich bin schon ganz gespannt, was mich erwartet… Ich finde diese Sitzungen als Jura-Student zudem eine klasse Schulung u.a. meiner StPo-Kenntnisse. Die Uni kann mir soviel Praxis nicht bieten. Zumindest hat der Prof uns ermutigt, sich als Schöffe zu betätigen… Die Ermutigung brauchte ich nicht, habe das schon vorher eingetütet…

Posted: Dezember 19th, 2007
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Die Richtigkeit der Quote

Häufig diskutiere ich ungewollt über die Richtigkeit der Quote. Das erbärmliche daran: die Argumente sind alle ausgetauscht. Jeder muss inzwischen eine Meinung haben, eine Erörterung darüber kann also nichts mehr bringen. Dennoch: immer wieder muss ich darauf hinweisen, dass wir keine FRAUENquote in der SPD haben, sondern laut Satzung eine Geschlechterquote. Allein das erstmal klarzumachen, nimmt mir die Lust, die betreffenden Diskutanden ernstzunehmen. So denn:

  • Schön wäre, wenn wir die Quote nicht bräuchten.
  • Die Quote hilft Frauen sehr überwiegend, weil wir zu wenig Frauen haben, die in der Politik mitmachen.
  • Es wird argumentiert, dass sich ja Qualifizierung durchsetze. Ha! Überwiegend ist zu beobachten, dass sich unqualifizierte Männer im System wesentlich länger halten als unqualifizierte Frauen, die rasch “ausgelesen” werden… Und selbst qualifizierte Frauen sind schneller wieder von der politischen Bühne verschwunden als ihre unqualifizierten männlichen Pendants.
  • Auch ich habe Grenzerlebnisse in den vergangenen Jahren erfahren, die mein Verständnis für diese Quoten-Regelung strapazierten. Im Ergebnis bin ich weiterhin vom Bestehen überzeugt.

Ergo: Wir bräuchten neben einer Geschlechter- und Jugendquote (die inzwischen auch auf über 50jährige angewandt wird!) wohl auch ab einer bestimmten politischen Ebene (Gemeinderat) eine Qualifizierungsquote. Unsere Lebenswelt wird komplizierter, so dass wir auch komplex denkende Mandatsträger brauchen.

Posted: Dezember 19th, 2007
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Kausal

Beim morgendlichen Joggen mache ich folgende Beobachtung: das Thermometer zeigt um die 0°C an. Eine Jogging-Stunde später gibt es einen Temperaturunterschied von 1 Kelvin, also 1°C. Ich gebe sehr viel Wärme an meine Umwelt ab :-) Das ist bestimmt ein kausaler Zusammenhang.- Ach übrigens: der Ausspruch “Sport ist Mord” erhält noch eine andere Bedeutungsebene, wenn wir bedenken, dass ja auch wir Jogger, Radfahrer CO2 ausstoßen… Wer sehr viel Sport treibt, der bringt seine Umwelt um! Um meine persönliche Klimabilanz zu verbessern, werde ich wohl mit einer Topfpflanze in der Hand laufen gehen, die mein CO2 direkt wieder in H2O umbaut. Ich will mir nämlich nicht vorwerfen lassen, nicht nachhaltig zu denken und zu handeln!

Posted: Dezember 19th, 2007
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BoykottVZ

Ich stimme den neuen AGB bei studivz nicht zu und werde mein Konto dort löschen! Ich will keine personalisierte Werbung. Boykottiere studivz! Mach mit!

Posted: Dezember 14th, 2007
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Verwirrt

“Sie sind wegen des Vertrags hier?” ”Nein. Wegen der Registersache…”, antwortete ich. “Sie sind Herr Schröder?”, fragte mich der Notar. Ein wenig später notierte er meinen richtigen Namen und meine Adresse mit dem Vermerk “von der Person bekannt (also von ihm)”… Aha. So geht das.

Posted: Dezember 13th, 2007
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Nebelkerze

In der Dezember-Sitzung des Jugendhilfeausschusses haben wir uns aus gegebenen Anlass (Schwerin, Darry, Plauen…) über die Lage in Lübeck unterrichten lassen. Aber wie! Die zuständige Leiterin hat uns sauber das neue Kinderschutzgesetz vorgestellt. Bei aller politischen Richtigkeit dieses gesetzgeberischen Vorhabens: das war ne schöne Nebelkerze.

Solche Vorfälle der Kindstötung verhindern wir nicht mit einem Gesetz. Es kommt doch darauf an, dass wir handeln. Kontrollverfahren wie regelmäßige Besuche (!) und nicht telefonische Betreuung etc. sind erforderlich…

Ich war verärgert, “lediglich” das neue -noch nicht in Kraft getretene- Kinderschutzgesetz als Antwort auf die aktuellen Ereignisse präsentiert zu bekommen. Ich habe dann natürlich meine Fragen gestellt. An einigen Stellen der Antwort wollte ich lieber nicht nachhaken… Da war schon Verschleierungstaktik dabei! Ich hoffe, dass die aufgewacht sind und Mängel flott abstellen!

Meine Erwartung war, dass das Jugendamt “eine Großübung fährt”. Alle zuständigen MitarbeiterInnen sind in den Stadtteilen unterwegs, weg vom Schreibtisch und kontrollieren (besser und ideales Vorgehen: besuchen, kümmern) in dieser Phase bei dem kleinsten Verdacht der Verwahrlosung!

So schrecklich diese Vorfälle sind und verhindert werden müssen: die Kindstötungen in den vergangenen Jahrzehnten sind wohl zurückgegangen. Kriminologisch werden neuerdings erst Analysen begonnen. Bspw. sind knapp 850 Kinder in den vergangenen fünf Jahren getötet worden. Dunkelziffer nicht eingeschlossen… Diese Zahl auf Null zu reduzieren, muss Ziel bleiben!

Posted: Dezember 13th, 2007
Categories: lübeck begeistert
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Schlagzeilen machen Angst

Mit dieser headline wirb die CDU auf vielen Plakaten gegen das Schulkonzept der anderen Parteien… Sprachlicher und inhaltlicher Murks wie ich finde. Ein paar Anmerkungen:

1. Auch das Gymnasium ist staatlich!

2. Auch das Gymnasium unterrichtet nach Lehrplan – EINHEITlich. Teilweise haben sich Länder auf das ZENTRALabitur verständigt! Persönliche Lernentwicklungen finden immer weniger statt.

3. Gerade die “Einheitsschule” bietet die Möglichkeit der Differenzierung. Hier ist darauf zu achten, dass es in der Umsetzung funktioniert.

4. Bei allen ideologischen Kämpfen: die “Einheitsschule” ist das effizientere Beschulungsmodell. Länder wie Finnland haben dies erkannt (auch aus der Not heraus, dass der finnische Staatshaushalt recht wenig Umfang hat). Haben wir in unseren Bundesländern nicht auch finanzielle Notlagen, die uns dazu zwingen, über Effizienz im Schulwesen noch stärker zu reden und entsprechend zu handeln?

Posted: Dezember 13th, 2007
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Zugtickets mit dem Mobiltelefon buchen

Habe mal das HandyTicket der Deutschen Bahn ausprobiert. Hat alles reibungslos funktioniert. Bei der Buchung hatte ich nur kleine Probleme, da man beachten muss, Bahncard-Nutzung bereits vor der Anfrage einzustellen. In den weiteren Buchungsschritten ist das nämlich nicht mehr wählbar. Man muss ansonsten wieder zur Ausgangsseite zurück. Bisher ist allerdings nur die einfache Fahrt buchbar, also nicht einmal Hin- und Rückfahrt zusammen; geschweige denn Sparpreise… Der Zugbegleiter war sehr überrascht. Das Angebot werde noch nicht so sehr genutzt. Ich war einer von drei Fahrgästen in den letzten Wochen, die so ihren Fahrschein vorgezeigt haben. Ich nutze das wohl auch zukünftig, da ich bei meinem Mobilfunkanbieter über eine Internetflatrate verfüge, die mir über den mtl. Grundpreis auch keine weiteren Verbindungsentgelte verursacht.  Sonst wird so eine Buchung schnell recht teuer. Nebenbei angemerkt: Diese Entgelte müssen deutich gesenkt werden bzw. das Angebot deutlich verbessert werden, wenn mobile Internetnutzung von weiteren Menschen genutzt werden soll…

Hoffentlich wird sich dieses eTicket durchsetzen… Die Bahn hat ein Pilotprojekt in den Räumen Hannover, Potsdam/Berlin gestartet, um es auch im Nahverkehr einzusetzen… In Lübeck kann man ein Handyticket für den Busverkehr auch nutzen; Zeitkarten sollten m. E. im nächsten Schritt in das System integriert werden.

Posted: Dezember 10th, 2007
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Unangemessen

Über “Kinderschutz” anlässlich der schrecklichen Vorfälle in Darry oder Plauen oder Schwerin oder ?? reden (lassen). U.a. wird der SH-Innenminister Stegner zu Gast sein. Mir ist dieser Termin per E-Mail mit dem Schluß angekündigt worden: “Gute Information und Unterhaltung”. Sprachlich schon daneben – dieses Thema dient sicher nicht der Unterhaltung. Man, man, man…

Posted: Dezember 8th, 2007
Categories: allgemein
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