Häufig diskutiere ich ungewollt über die Richtigkeit der Quote. Das erbärmliche daran: die Argumente sind alle ausgetauscht. Jeder muss inzwischen eine Meinung haben, eine Erörterung darüber kann also nichts mehr bringen. Dennoch: immer wieder muss ich darauf hinweisen, dass wir keine FRAUENquote in der SPD haben, sondern laut Satzung eine Geschlechterquote. Allein das erstmal klarzumachen, nimmt mir die Lust, die betreffenden Diskutanden ernstzunehmen. So denn:
- Schön wäre, wenn wir die Quote nicht bräuchten.
- Die Quote hilft Frauen sehr überwiegend, weil wir zu wenig Frauen haben, die in der Politik mitmachen.
- Es wird argumentiert, dass sich ja Qualifizierung durchsetze. Ha! Überwiegend ist zu beobachten, dass sich unqualifizierte Männer im System wesentlich länger halten als unqualifizierte Frauen, die rasch “ausgelesen” werden… Und selbst qualifizierte Frauen sind schneller wieder von der politischen Bühne verschwunden als ihre unqualifizierten männlichen Pendants.
- Auch ich habe Grenzerlebnisse in den vergangenen Jahren erfahren, die mein Verständnis für diese Quoten-Regelung strapazierten. Im Ergebnis bin ich weiterhin vom Bestehen überzeugt.
Ergo: Wir bräuchten neben einer Geschlechter- und Jugendquote (die inzwischen auch auf über 50jährige angewandt wird!) wohl auch ab einer bestimmten politischen Ebene (Gemeinderat) eine Qualifizierungsquote. Unsere Lebenswelt wird komplizierter, so dass wir auch komplex denkende Mandatsträger brauchen.